| Format | Audio CD |
| Ordering Number | CR 2135 |
| Barcode | 8033433291358 |
| label | Caligola Records |
| Release date | 8/1/2026 |
| Release date | 7/1/2025 |
| Players/Contributors | Musicians
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Manufacturer- Company nameELICONA EDIZIONI MUSICALI di Donà Claudio & C.S.A.S.
- AdresseVia Nazario Sauro n° 1/B, 30171 Mestre (Venezia), IT
- e-Mailinfo@caligola.it
Anthony Braxton (Sopran-, Sopranino- und Altsaxophon, Kontrabassklarinette, Live-Elektronik), Taylor Ho Bynum (Kornett, Flügelhorn, Pickolo- und Basstrompete, Ventilposaune), Mary Halvorson (elektrische Gitarre), Katherine Young (Fagott).Braxtons Musik wurde oft als eine Form der „Klangdemokratie“ beschrieben: Die traditionellen Rollen des Jazz – Solist, Begleiter, Melodie, Akkorde – wurden durch horizontale Dialoge, kollektive Teilhabe und einen offenen Umgang mit dem Material ersetzt. Doch während dies viel über die Methode aussagt, erklärt es das Ergebnis nur unzureichend. Einer der faszinierendsten Aspekte in Braxtons Spätwerk ist nämlich das neuartige Klanggewebe, das aus den Improvisationen seiner Ensembles entsteht. Dieses Live-Album des Diamond Curtain Wall Quartet ist ein außergewöhnliches Beispiel dafür. Bereits zwei Tage zuvor war in Moskau ein gutes Konzert aufgenommen worden, das vom britischen Label Leo Records veröffentlicht wurde, doch der italienische Auftritt (01.07.2008) scheint noch besser zu sein. Die Besetzung weist keine spezifischen Bezüge zu Beispielen aus dem Jazz oder der zeitgenössischen Musik auf. Was diese Musik jedoch einzigartig macht, ist die Verschmelzung von Klangfarbenkombination und Improvisation – mithin eine Art Spannung der Farbe. Die Auswahl der Instrumentalisten basiert nicht auf Registern oder klanglicher Komplementarität, sondern auf der Summe der Obertöne, also auf jener völlig neuen Klangfarbe, die durch das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente in der Improvisation entsteht. Diese körperliche Spannung des Klangs wird durch den Dialog zwischen den Solisten moduliert und bringt die musikalische Form hervor. Diese basiert nicht auf traditionellen Gegensätzen, sondern auf den durch den Dialog erzeugten Veränderungen der Obertöne und damit der Klangfarbe. Neben dem reinen Auskosten der Instrumentalklänge ist Braxton an einer neuen Art des Umgangs mit der musikalischen Zeit interessiert. Normalerweise ist die Zeit in der Improvisation offen und unvorhersehbar; sie deckt sich mit dem Fluss des Lebens und wird vom Willen der Ausführenden bestimmt. Braxton hingegen hat eine Strategie zur Zeitkontrolle gewählt, die in ihrer Einfachheit oft nur belächelt wurde, ohne dass man angemessen darüber nachgedacht hätte. Bei seinen Konzerten verwendet er nämlich eine Sanduhr mit einer Laufzeit von etwa einer Stunde. Ist die Sanduhr abgelaufen, endet das Set. Die Freiheit der Musiker ist absolut, die Entwicklung der Musik unvorhersehbar, doch das zeitliche Format ist starr vorgegeben. Die Verantwortung des Komponisten zeigt sich hier vor allem in der Dimension der Zeit. An diesem Dialog nehmen jüngere, aber überaus klare und aufmerksame Improvisatoren teil: Mary Halvorson, eine der originellsten Gitarristinnen der neuen Generation, der artistische Taylor Ho Bynum, der eine breite Palette von Blechblasinstrumenten (von der Posaune bis zum Kornett) beherrscht, und Katherine Young, eine Virtuosin auf dem Fagott – einem Instrument, das im Jazz wahrlich selten anzutreffen ist.