World Music  Argentinien  Tango
Tango Crash Otra Sanata GMC013 CD
Auf Lager. Sofort lieferbar. Lieferung bis Freitag, 3. Juni 2016 Preis 16,98 EURO

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FormatAudio CD
BestellnummerGMC013
Barcode4250095800139
LabelGalileo MC
Erschienen am13.06.2005
Verkaufsrang2479

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Das „Geschwätz“, die „Schwindelei“ und die Fähigkeit zur Improvisation gehören zum Handwerkszeug des typischen „Sanatero“ (Bezeichung für Gauner) aus Buenos Aires. Auf dem zweiten Album „Otra Sanata“ verarbeiten Daniel Almada und Martin Iannaccone zusammen mit den zahlreichen Musikern, die sich mittlerweile um die Band geschart haben, in humorvoller Weise einige Grundzüge des argentinischen Wesens. „Otra Sanata“ etwa beleuchtet ironisch die gepeinigte Seele des Sanatero nach einer gescheiterten Sanata (Geschwätz, Schwindelei, Gegeige...) und „Evítalos“ (Verhindere sie) läßt das leere Geschwätz der argentinischen Politiker gekonnt in einen jazzig-rockigen Kontext einfliessen. Ebenso wie die Porteños, wie die Bewohner der Hafenstadt Buenos Aires auch genannt werden, selten konkret werden und lieber Andeutungen machen funktioniert der kreative Prozess innerhalb der Gruppe, in dem Ideen angedeutet und von den anderen Musikern aufgenommen und komplettiert werden.

Nach zahlreichen Konzerten in Europa und Argentinien hat sich Tango Crash dabei immer mehr auf die Traditionen des Tango zurückbesonnen und dabei die Vereinbarkeit mit der elektronischen Musik gesucht. Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist vor allem auch der in Basel wohnhafte Gregor Hilbe, der sich als Drummer und Percussonist in der Live-Formation der Gruppe etabliert hat und aus dem Bereich der elektronischen Musik kommt. Die Kompositionen, die diesmal hauptsächlich von Daniel Almada (Klavier) und Martín Iannaccone (Cello) stammen, haben zumeist eine akustische Klangfarbe erzeugt von Streichern oder Samples aus der klassischen Musik als Basis , die dann von Daniel Almada und Gregor Hilge gekonnt elektronisch verarbeitet werden.

Ebenfalls über die Live-Formation ist der renommierte argentinische Bandoneonist Marcelo Nisinman, der wie Daniel Almada in Basel wohnhaft ist, zur Gruppe gestoßen und hat mit seinem virtuosen Spiel die Nähe zum Tango und die Präsenz des für den Tango so typischen Instruments noch verstärkt.

„Otr Sanata“ wurde zwischen Berlin (Martin Iannaccone), Basel (Daniel Almada) und Hamburg (Marcio Doctor) produziert. Zum ursprünglichen Produktionstrio des Debütalbums kam noch Gregor Hilbe als Co-Produzent hinzu, der mit Daniel Almada für die elektronischen Sounds verantwortlich zeichnet. In Buenos Aires wurde wieder das Saxophon von Rodrigo Dominguez aufgenommen, der für die jazzigen Momente sorgt.

Bereits 1987 experimentierten Daniel Almada an elektronischer Musik, die damals weit mehr Fusion als Tango war. Doch erst als das Internet die elektronische Brücke zwischen Daniel, den es zwischenzeitlich in die Schweiz zog, und Martin, der immer noch in Buenos Aires lebte, bildete, begannen die beiden das Projekt wieder aufzugreifen, diesmal aber auf der Basis des Tango. Das Projekt wurde 2001 konkret, als Martin nach Berlin zog.

Mit ihrem 2003 erschienenen Debütalbum „Tango Crash“ hat die Band die Elektrifizierung des Tango mitgeprägt und dabei immer eine anspruchsvolle Alternative im Tango Nuevo geboten. Ihre überzeugenden Liveauftritte haben ihnen den RUTH-Preis für Newcomer eingebracht und eine damit verbundene Einladung zum renommierten Weltmusikfestival in Rudolstadt.

Präsentationstour 2005
10. Juni 2005: Gare du Nord, Basel
16. Juni 2005: München Bayerischer Hof
23. Juni 2005: Halle, Objekt 5
25. Juni 2005: Jazzralley Düsseldorf
30. Juni 2005: Berlin, Maschinenhalle
1./2. Juli 2005: TFF Rudolstadt. Überreichung des RUTH Preises für Newcomer
3. Juli 2005: Flottmannhallen Herne

Das Duo Almada-Iannaccone

Die Geschichte des Duos Almada Iannaccone reicht bis in die 80er Jahre zurück. Bereits 1987, als beide noch in Buenos Aires lebten, machten die beiden ihre ersten gemeinsamen Aufnahmen, die paradoxerweise bereits Parallelen mit Tango Crash aufwiesen. Die Kassette, die unter dem Titel „Almada-Iannaccone“ von dem Label „Cirse“ veröffentlicht wurde, bestand weitestgehend aus Eigenkompositionen und verwendete die Elektronik in der selben Art und Weise wie Tango Crash heute: Percussion-Sequenzen und programmierte Bässe und Sounds. In jener Zeit waren die beiden aber weit näher an der sogenannten „Fusion“ als am Tango. Einige konzeptuelle Ideen waren aber bereits geboren.

Der Kontakt zu Marcio Doctor, der 1989 nach Europa zog und heute zu den bekanntesten Percussionisten der internationalen Jazz-Szene gehört, wurde bereits in Buenos Aires geknüpft, als er Mitglied der Gruppe Comedia und war und bei einem der Konzerte von Almada Iannaccone in Buenos Aires als Special Guest auftrat.

Das Projekt Tango Crash

In den 15 darauffolgenden Jahren haben Almada und Iannaccone immer zusammen Musik gemacht und das obwohl Almada 1990 in die Schweiz zog. Als Almada etwa 1997 nach Buenos Aires reiste und die neuen Tendenzen der Elektrifizierung der populären Musik hörte, kam den beiden die Idee, den Tango mit den neuen elektischen Rhythmen zu mischen, ohne dabei aber den speziellen Groove des Tango zu vernachlässigen. Die Distanz war dank des Internets kein Problem. Die beiden schickten sich Sequenzen per Email hin und her, und so wurden die Ideen von dem jeweils anderen aufgenommen und weiterbearbeitet. Das Stück Pararrango entstand auf diese Weise. So verging einige Zeit, ohne dass sich daraus ein konkretes Projekt entwickelte. Da trat plötzlich Joe Zawinul auf den Plan, der zu der Zeit Konzerte in Buenos Aires gab und eines Tages bei Martin Iannaccone eingeladen war. Als er einige der Aufnahmen der beiden hörte, sagte er zu Martin: „Ihr müsst daran weiterarbeiten!“ Dies war ein wichtiger Anstoß für das Projekt. Dennoch war es schwer an ein konkretes Ziel zu denken, bis schließlich Martin Iannaccone im März 2001 nach Deutschland zog und damit die Sache erheblich vereinfachte.

Der erste Schritt auf dem Weg zu Tango Crash waren mehrere gemeinsame Auftritte mit argentinischen Musikern wie Santiago Vazquez, Rodrigo Dominguez und anderen, die immer mehr nach Europa strebten. Martin Iannaccone hatte dann die Idee, ein Cello-Solo-Konzert mit elektrischer Begleitung bei der Bienale für Architektur im August 2002 in Berlin zu spielen, was schließlich der Beginn von Tango Crash war.

Daniel Almada nahm diesen Impuls auf, entwarf eine Version von „El Choclo“ und widmete sich dem Stück Pararrango. Zudem kam der Saxophonist Rodrigo Dominguez nach Europa, man organisierte im November 2002 zwei Konzerte im Theater von Basel und lud Marcio Doctor ein. Von da an wurde kontinuierlich gearbeitet. Das Duo Almada-Iannaccone reiste im Dezember des gleichen Jahres mit der Idee, die Aufnahmen für ein Album zu beginnen nach Buenos Aires.

In San Telmo/Buenos Aires kamen sie mit Dominguez, Santiago Vazquez und als Special Guest „Lopecito“ zusammen. In den folgenden drei Wochen nahmen sie in verschiedenen Momenten die Bandoneonisten Gabriel Rivano und Pomo Tapia, die Percussion von Santiago Vazquez sowie die unglaublichen Solos des Saxophonisten Rodrigo Dominguez auf.

„Lopecito“ nahm über einige Sequenzen den Text zu „Milonga para Alberto“ und einige Teile von „DJ Peron“ auf.

Zurück in Europa wurden in Hamburg die Percussion von Marcio Doctor, in Berlin das Cello von Iannaccone und in Basel das Klavier von Almada aufgenommen. Mit Hilfe von Iannaccone und Marcio Doktor montierte Almada alle Aufnahmen zu einem Ganzen. Der Mix und das Mastering wurde dann wieder in Buenos Aires im Studio von Sergio Romano und Eduardo Bergallo gemacht.

Das Debütalbum „Tango Crash“ präsentierte die Band in zahlreichen Konzerten in Europa und Argentinien. Mit Christian Gerber (Bandoneon), Marcelo Nisinman (Bandoneon) und Gregor Hilbe (Schlagzeug) wurden neue Musiker in die Live-Formation der Band integriert, die allesamt auch in die Produktion der zweiten CD „Otra Sanata“ involviert waren, die am 13. Juni 2005 veröffentlicht wurde.

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CD 1
  • 1.Balbon02:46
  • 2.Otra Sanata03:37
  • 3.Ojos Negros02:55
  • 4.Milonga Parque Aguirre03:56
  • 5.Muneca Fallada04:43
  • 6.Lightning Rod Tango02:50
  • 7.Desintegrados06:12
  • 8.Tension Eterna05:41
  • 9.La Ultima Curva03:07
  • 10.Evitalos05:11
  • 11.El Balero de Daniel04:15
  • 12.Milonga para Alberto (Remix)04:50
  • Total:50:03